Ein Gespräch über meine Parkinson-Symptome mit großer Wirkung
In meinem letzten Blog habe ich von meinen Erfahrungen mit der Messung berichtet – darüber, wie ich das Messgerät im Alltag getragen und meine Symptome dokumentiert habe. Damals stand das Gespräch mit dem Neurologen über die Ergebnisse noch aus. Rückblickend war genau dieses Gespräch der wertvollste Teil des gesamten Prozesses.
Meinem Gefühl vertrauen lernen
Vor dem Termin war ich gespannt, ob die Messung etwas zeigen würde, das mir selbst noch nicht aufgefallen war.
Letztendlich gab es keine großen Überraschungen. Die Ergebnisse stimmten weitgehend mit meinem Befinden überein. Während der Messung hatte ich eine vergleichsweise gute Phase, was sich auch im Symptombericht widerspiegelte.
Anstatt etwas völlig Neues zu entdecken, haben mir die Ergebnisse vor allem bestätigt, dass ich meinem eigenen Körpergefühl vertrauen kann. Diese Bestätigung war für mich sehr wertvoll.
Ein Gespräch, das neue Erkenntnisse brachte
Für den Neurologen lieferte der Symptombericht detaillierte Einblicke in meinen Krankheitsverlauf und unterstützte ihn bei der Entscheidungsfindung für meine Behandlung. Für mich lag der größte Mehrwert jedoch im Gespräch, das durch den Symptombericht ermöglicht wurde.
Anstatt mich ausschließlich auf mein Gedächtnis zu verlassen, bot der Bericht eine konkrete Grundlage für unsere Unterhaltung. Er half uns dabei, meine Symptome viel detaillierter zu besprechen. Ich konnte schildern, was ich im Alltag wahrnehme, Fragen stellen und auch einige meiner eigenen Annahmen hinterfragen, während mir der Neurologe erklärte, was die Ergebnisse bedeuteten.
Das Gespräch half mir auch dabei, zwischen Symptomen zu unterscheiden, die sich für mich immer ähnlich angefühlt hatten. Es ist wichtig, diese Unterschiede zu erkennen, da sie gegebenenfalls eine unterschiedliche Behandlung erfordern. Insgesamt gewann ich dadurch ein deutlich besseres Verständnis für meine Parkinson-Erkrankung.
Als Ingenieur schätze ich es, neben meinen eigenen Erfahrungen auch Daten zur Verfügung zu haben. Das ersetzt zwar nicht mein Gefühl, bietet aber sowohl dem Neurologen als auch mir eine zuverlässigere Grundlage, um gemeinsam Entscheidungen zu treffen.
Erkenntnisse in die Behandlung umsetzen
Ein Ergebnis des Termins war eine Anpassung meiner Therapie. Zwei neue Medikamente wurden hinzugefügt, und die Einnahmezeiten meiner bisherigen Medikamente wurden optimiert.
Seitdem habe ich das Gefühl, dass die Schwankungen meiner Symptome im Tagesverlauf weniger ausgeprägt sind. Die Veränderungen sind nicht dramatisch, aber ich fühle mich insgesamt stabiler und ich habe keine nennenswerten Nebenwirkungen durch die neuen Medikamente bemerkt.
Vielleicht noch wichtiger war jedoch eine andere Erkenntnis: Ich habe verstanden, wie wichtig der Einnahmezeitpunkt meiner Medikamente ist. Wenn ich genauer darauf achte, wann ich sie einnehme, erziele ich bessere Ergebnisse und es fällt mir leichter, aktiv zu bleiben. Da ich verstanden habe, warum ich bei der Einnahme meiner Medikamente genauer vorgehen muss, fällt es mir leichter, dies zu akzeptieren und den Medikamentenplan konsequent einzuhalten.
Was ich aus dieser Erfahrung mitnehme
Mit Parkinson zu leben bedeutet, ständig dazuzulernen. Diese Erfahrung hat mir gezeigt, dass es beim Verständnis der eigenen Symptome um weit mehr geht als nur um das Sammeln von Informationen. Es geht darum, diese Informationen zu nutzen, um bessere Gespräche zu führen, die richtigen Fragen zu stellen und gemeinsam mit meinem Neurologen fundierte Entscheidungen zu treffen.
Ich kann mir gut vorstellen, die Messung regelmäßig zu wiederholen, um zu verfolgen, wie sich meine Parkinson-Erkrankung im Laufe der Zeit entwickelt – oder auch früher, wenn ich merke, dass sich mein Zustand verändert.
Vor allem aber hat mir diese Erfahrung mehr Selbstvertrauen gegeben, auf meine eigenen Empfindungen zu hören. Sie hat mir geholfen, meine Symptome besser zu verstehen und mir das Gefühl vermittelt, besser gerüstet zu sein, um meine Parkinson-Erkrankung Schritt für Schritt zu bewältigen.
Bis zum nächsten Mal,
Riaz
Riaz Zabihian
Riaz ist die Patientenstimme von Adamant Health. Er lebt seit über einem Jahrzehnt mit der Parkinson-Krankheit. In seinem Blog teilt Riaz seine persönlichen Erfahrungen mit der Parkinson-Krankheit, um anderen Betroffenen Unterstützung, Inspiration und praktische Ratschläge zu geben.