Neue Studie zeigt Hinweise auf Parkinson in Gesundheitsdaten bis zu 18 Monate vor der Diagnose
Eine neue Studie, die auf dem Kuopio Neuroscience 50 Years Symposium vorgestellt wurde, zeigt, dass Daten aus Gesundheitsregistern bereits lange vor einer offiziellen Diagnose erste Anzeichen der Parkinson-Krankheit aufzeigen können. Die Forschung wurde in Zusammenarbeit mit dem Technischen Forschungszentrum Finnlands (VTT), der Universität Ostfinnland und dem Universitätsklinikum Kuopio durchgeführt und vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.
Im Rahmen der Studie wurden Daten aus Gesundheitsregistern von mehr als 26.000 Einwohnern der finnischen Stadt Kuopio im Alter von 65 Jahren und älter ausgewertet. Verglichen wurden 255 Personen, bei denen später die Parkinson-Krankheit diagnostiziert wurde, mit 255 nach Alter und Geschlecht passenden Kontrollpersonen. Ziel war es, zu untersuchen, ob sich die Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen, Diagnosen und Medikamentenverordnungen bereits vor der Diagnose unterscheidet.
Die Ergebnisse zeigten, dass sich bereits etwa 1,5 Jahre vor der Diagnose deutliche Unterschiede abzeichneten. Personen, bei denen später Parkinson diagnostiziert wurde, nahmen Gesundheits- und Sozialdienstleistungen häufiger in Anspruch als die Kontrollgruppe. Die größten Unterschiede zeigten sich bei der häuslichen Pflege, der häuslichen Krankenpflege, der Physiotherapie, den häuslichen Dienstleistungen und den Unterstützungsdiensten. Außerdem erhielten sie häufiger Verschreibungen für Medikamente gegen Verstopfung, Analgetika, Psycholeptika und Psychoanaleptika. Auch Diagnosen im Zusammenhang mit Stürzen und Unfällen traten häufiger auf.
Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass routinemäßig erhobene Gesundheitsdaten dazu beitragen können, Parkinson-bezogene Versorgungsbedürfnisse bereits in einem früheren Stadium des Krankheitsverlaufs zu erkennen. Zwar lassen sich anhand von Registerdaten keine Parkinson-Diagnosen stellen, doch können Muster in der Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen wertvolle Hinweise liefern, die eine frühzeitigere Erkennung und Intervention ermöglichen.
Für Adamant Health untermauern die Ergebnisse das Potenzial fortschrittlicher Analysen und künstlicher Intelligenz, aussagekräftige Muster und Trends in realen Gesundheitsdaten aufzudecken. Ein besseres Verständnis dafür, wie sich die Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen bereits vor einer Parkinson-Diagnose verändert, kann Forschenden und Gesundheitssystemen helfen, sich verändernde Patientenbedürfnisse frühzeitiger zu erkennen und neue Ansätze für eine vorausschauende Versorgungsplanung zu entwickeln.